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'Positiv-denk-Rituale'

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Anti-Stress-Training folgende Übung kennengelernt:
Wir sollten zu vorgegebenen, ärgerlichen Alltagssituationen jeweils drei positive Aspekte finden. Die konnten entweder tatsächlich sinnvoll sein oder auch total konstruiert und abstrus - völlig egal.
Wir haben das in Gruppenarbeit gemacht - und manche Antworten waren wirklich komplett an den Haaren herbeigezogen. Wir hatten also viel zu lachen.
Irgendwie habe ich mir seitdem angewöhnt, das im Alltag auch so zu machen - alleine die Ablenkung sorgt schon dafür, dass ein bisschen Distanz zu den Ärgernissen bekommt. Mir ist das inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich automatisch (als Übersprungsreaktion?) erstmal diverse 'Positiv-denk-Rituale' abspule, wenn mich was ärgert.
Das hilft auf jeden Fall, dem Ärger soweit zu reduzieren, dass man einigermassen ruhig einordnen kann, wie stark man sich wirklich ärgert, ob man an der Situation überhaupt was ändern kann, und wenn ja, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt...

Bsp.:

Ich fahre im Auto und habe es eilig. Der nervige Schleicher vor mir ist gerade noch bei dunkelorange über die Ampel, ich muss anhalten:
-> jetzt kann ich endlich in Ruhe die CD wechseln und andere, schöne Musik hören
-> jetzt kann ich das Gebläse voll aufdrehen, und kriege frische Luft - ohne Abgase von einem Vordermann(/frau) .
-> jetzt kann ich schonmal tief durchatmen und entspannen, damit ich nicht so abgehetzt wirke, wenn ich zu dem Termin komme.

Ich sitze im Theater und hinter mir tuscheln die Leute während der Vorstellung.
-> ich stelle fest, dass mein Hörvermögen noch richtig gut ist.
-> ich freue mich, dass ich wenigstens vor ihnen sitze - und somit nicht behindert werde, wenn sie die Köpfe zusammenstecken
-> ich freue mich über all die anderen, gut erzogenen Leute, die still und ergriffen dasitzen und sich auf das Konzert konzentrieren.

Ich habe Urlaub, bleibe zu Hause und es regnet die ganze Woche lang ununterbrochen:
-> ich habe Zeit, ganz viele Dinge in meiner Wohnung zu erledigen, die sonst immer liegenbleiben.
-> ich habe endlich einen guten Grund, den ganzen Tag auf dem Sofa rumzugammeln - ohne schlechtes Gewissen.
-> wenn ich trotzdem eine Fahrradtour mache, habe ich richtig leere Radwege und kann unbehindert drauflos fahren

Ich habe mir auf dem Markt runtergesetztes Obst andrehen lassen (Doppelte Menge zum halben Preis) und merke zu Hause, dass zwei Drittel davon angedrückt und gammelig sind
-> jetzt kann ich doch noch eine andere Obstsorte kaufen und habe mehr Abwechslung
-> Jetzt weiss ich , bei welchem Markthändler ich in Zukunft nichts mehr kaufen werde
-> Die lieben kleinen Mikroorganismen in meinem Mülleimer freuen sich bestimmt über die leckere Futterration

Das klingt jetzt möglicherweise total abgedreht und lächerlich, aber es funktioniert wirklich. Zumindest bei mir.
20.6.06 19:54
 



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