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"mögest Du in unruhigen Zeiten Leben..."

...wünscht man angeblich laut einem alten chinesischen Sprichwort seinen Feinden!

Heute ist der 11. September - und natürlich sind Zeitungen, Radio - und Fernsehprogramm voller Rückblicke, Berichte, Dokumentarfilme und was-weiss-ich-was-für-Beiträgen zu den Terroranschlägen vor 5 Jahren.

Ich habe heute Abend nur die Hörspiel-Dokumentation auf WDR5 zu diesem Thema gehört. Und natürlich hat sie mich tief bewegt, denn sie ist eine gut gemachte Mischung aus Originatönen, nachgesprochenen Augenzeugenberichten und rekonstruierten Ereignissen.

Natürlich?
Ja, ich finde es natürlich, dass man Anteil nimmt und emotional mitgeht, wenn man sich daran erinnert, dass ca. 3000 Menschen bei einem durch Menschen verschuldeten Ereignis das Leben verloren haben und eine weitere große Anzahl von Menschen an Spätfolgen gestorben sind oder jetzt noch darunter leiden!
Ich finde es generell natürlich, dass es einen emotional mitnimmt, wenn man mitbekommt, dass irgendwo irgendwer durch Verschulden anderer Menschen gequält oder getötet wird!

Aber nach einigen Gesprächen, die ich heute tagsüber geführt habe, frage ich mich: bin ich ein pathetisches Weichei? Ich höre immer wieder rhetorische Ablenkungsmanöver à la "Jaja es ist schlimm, aber es ist auch furchtbar, wie die Medien das ausschlachten!" Sind das jetzt die gesellschaftlich akzeptierten Phrasen, mit denen man sich rausredet, um nichts mehr an sich ranzulassen und keine Anteilnahme mehr empfinden zu müssen?
Frage: Wie bekommt Ihr denn das 'Ausschlachten' eigentlich mit? Ach, ihr guckt täglich 3 Stunden (oder länger?) Fernsehen? Und da sind bei aktuellen Katastropen immer diese lästigen Schriftbänder oder sogar Programmänderungen?
Und bei zurückliegenden Ereignissen sind auf allen Kanälen diese lästigen "wir-erinnern-uns-an-unangenehme-Dinge"- Programme? Hach, schrecklich.
Ich finde, man darf sich nicht beschweren, dass Medien sich auf die Themen stürzen, die nun mal am spektakulärsten sind - sorry. Sicher, der Konkurrenzkampf der Medien führt zu einem Überangebot - da muss man sich abschotten. Aber bitte nicht durch emotionale Scheuklappen bei übermäßigem Fernsehgenuss. Wenn man erwachsen ist, kann man selber steuern, was man sich qualitativ und quantitativ antut.
Ich laufe schließlich auch nicht über 'Pützchens Markt' (grosses Bonner Volksfest), kaufe mir am jedem Stand reichlich fettiges FastFood und beschwere mich hinterher, dass dort so entsetzlich viel billiger Fraß angeboten wird!
11.9.06 23:37
 



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